Die KULT Themen

KULT - Ein kooperatives Netzwerk

 

Das KULT ist ein kooperatives Netzwerk, das sich mit einer nachhaltigen Entwicklung der Kulturlandschaft befasst.

Mit den drei Aktivitätsfeldern Wissenschaft, Praxis und Diskurs vernetzen wir Forschung und Praxis. Wir fördern den Wissenstransfer, um den drängenden Problemfeldern der Kulturlandschaftsentwicklung zu begegnen:

Historische Kulturlandschaft

Fort Tarakaniv in der Oblast Riwne (Ukraine, Urheber: itinari.com (CC BY-SA 4.0))

Historische Kulturlandschaften sind das Ergebnis jahrhundertelanger Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur. Sie sind nicht nur identitätsstiftend, sondern auch ökologisch wertvoll. 

Das KULT untersucht, wie diese Landschaften nachhaltig bewahrt und weiterentwickelt werden können. Durch interdisziplinäre Forschungsansätze, Fachveranstaltungen und Kooperationen mit Denkmalpflege und Regionalentwicklung trägt das KULT dazu bei, traditionelle Landschaftsnutzungen an aktuelle Herausforderungen anzupassen. Die Veranstaltungsreihe „Vom Mittelmeer zum Mittelrhein“ beleuchtet zum Beispiel den Einfluss des Klimawandels auf das kulturelle Erbe.

Projekte zum Thema Historische Kulturlandschaften

KuLaDig

Das digitale System KuLaDig (Kulturlandschaft Digital) zur Erfassung und Darstellung von Kulturlandschaftselementen wird zur Lösung einer Vielzahl verschiedener kulturlandschaftlicher Fragestellungen genutzt, etwa in der Regionalentwicklung, dem Naturschutz, der Umweltbildung und dem Tourismus. Um die Vernetzung unter den verschiedenen KuLaDig-Akteuren zu fördern und Synergien für die Zukunft freizusetzen, wurde unter dem Dach des KULT ein länderübergreifender KuLaDig-Arbeitskreis gegründet. Dieser trifft sich in regelmäßigen Abständen.

 

Landschaftsentwicklung in der Ukraine

Seit 2020 kooperiert das KULT mit der Polytechnischen Universität Lwiw und seit Januar 2022 mit der Universität Czernowitz, um das kulturelle Erbe der Westukraine in Galizien und der Bukowina zu erfassen, darzustellen und zu erhalten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Erfassung historisch bedingter multiethnischer Einflüsse beider Regionen. Ein Teil dieser Arbeit ist unter https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-334742 abrufbar. Mit der russischen Vollinvasion im Februar 2022 intensivierte sich die Zusammenarbeit. Neben der Erfassung von Kulturerbe, das durch den Krieg bedroht ist, wird die gemeinsame Lehre fortgeführt. Zudem unterstützt das KULT das Zentrum Gedankendach an der Universität Czernowitz bei der Hilfe für ukrainische Binnenflüchtlinge, unter anderem durch die Sammlung von Hilfsgütern.

 

HIKULA

Historische Kulturlandschaften und ihre wertgebenden Kulturlandschaftselemente finden heute in der Planung kaum Anwendung. Das KULT arbeitet gemeinsam mit der Hochschule Erfurt und der Hochschule Neubrandenburg im Projekt „HiKuLa-Historische Kulturlandschaften planerisch sichern“ an der Entwicklung einer bundesweit anwendbaren Methode zur Identifikation, Bewertung und Erhaltung wertgebender Kulturlandschaftselemente. Dafür werden praxisnahe Verfahren zur Erfassung und Analyse weiterentwickelt, Schutz- und Entwicklungsstrategien erarbeitet und rechtliche sowie planerische Instrumente geprüft. Ein bundesweit anwendbarer Praxisleitfaden soll dazu beitragen, diese Elemente stärker in Planungserfahren zu Berücksichtigen

Klimaanpassung

(C) Eckhard Jedicke

Der Klimawandel verändert unsere Landschaften tiefgreifend. Extremwetterereignisse wie Dürren oder Starkregen setzen Ökosysteme unter Druck. Das KULT entwickelt und vermittelt Strategien zur Klimaanpassung in der Kulturlandschaft – von wassersensiblen Landnutzungskonzepten bis hin zur klimaresilienten Waldbewirtschaftung. Hierzu bietet das KULT eine Vielzahl verschiedener Veranstaltungsformate und ist zugleich beratend tätig.

Projekte zum Thema Kilmaapassung in ländlichen Räumen
(C) Stadt Eltville

KliA-Net Rheingau

Das Projekt KliA-Net wird als KliA-Net Rheingau weitergeführt:
Die Hochschule Geisenheim University setzte zusammen mit dem Wuppertal Institut für Umwelt, Klima und Energie und der Stadt Eltville am Rhein von 2019-2022 das Projekt KliA-Net um. Innerhalb der ersten Projektphase wurden praxisrelevante und anwendungsorientierte Handlungs- und Umsetzungskonzepte zur Klimaanpassung für unterschiedliche Akteure erarbeitet. Grundlage für den Aufbau und die Arbeit des Akteurnetzwerks ist ein Katalog mit Maßnahmenbeschreibungen zur Klimaanpassung im Weinbau. Über 250 Netzwerkmitglieder zählt KliA-Net mittlerweile, es wurden zahlreiche Netzwerktreffen, Stakeholder-Workshops sowie Winzerinnen-, Winzer- und Weingutsgespräche vor Ort organisiert.

Die Stadt Eltville und die Hochschule Geisenheim University haben nun ein Abkommen zum Thema Kooperationen zur Klimaanpassung in Eltville – und auf regionaler Ebene im Rheingau – unterzeichnet. Damit soll die Arbeit in KliA-Net weitergeführt werden. Vor allem der Umgang mit der Ressource Wasser, die Reduzierung von Hitze, Trockenheit und Sturzfluten durch Umsetzung des Prinzips der Schwammstadt sowie die Möglichkeiten die Flurneuordnung als Instrument bei der Klimaanpassung einzusetzen bedürfen vielfältiger Lösungen.

 

Schwammregion

Der Naturpark Soonwald-Nahe ist zunehmend von Extremwetter betroffen – Überschwemmungen und Trockenheit nehmen zu. Der Klimawandel trifft auf eine stark hydrologisch modifizierte Kulturlandschaft, die ein nur geringes Wasserrückhaltevermögen besitzt. In der Region laufen bereits eine Vielzahl von Maßnahmen zur Erhöhung des Wasserrückhaltes, die jedoch wenig koordiniert sind und daher kaum zusammenwirken. Das Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für flächigen Wasserrückhalt zu schärfen und praxisnahe Maßnahmen für Land- und Forstwirtschaft zu entwickeln. Dazu werden ein regionales Netzwerk aufgebaut, Handlungskompetenzen gestärkt und ein Maßnahmenkatalog erstellt. Öffentlichkeitsarbeit begleitet das Vorhaben, um Wissenstransfer und Umsetzung zu fördern.

Transformation von Agrarsystemen

(C) Eckhard Jedicke

Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, sowohl produktiv als auch nachhaltig zu wirtschaften. 

Das KULT setzt sich für zukunftsfähige Agrarsysteme ein, die Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt und Biodiversität stärken. Im Fokus stehen Mischkulturen, extensive Beweidung und agrarökologische Ansätze. Durch Veranstaltungen wie „Strategien für einen nachhaltigen Landschaftswandel im Grünland“ fördert das KULT den Austausch zwischen Landwirt*innen, Wissenschaft und Politik, um innovative Lösungen zu erarbeiten.

Biodiversität & Ökosystemleistungen

(C) Karsten Mody

Intakte Kulturlandschaften sind Hotspots der Biodiversität und liefern essenzielle Ökosystemleistungen wie CO₂-Speicherung oder Hochwasserschutz. 

Das KULT engagiert sich für den Schutz artenreicher Lebensräume, z. B. durch Forschungsprojekte zu extensiven Weidesystemen und Trockenstandorten. Veranstaltungen wie „Offene Trockenstandorte: Hotspots der Biodiversität erhalten“ verknüpfen Forschung und Praxis, um Strategien zur Landschaftspflege zu entwickeln. Die Vernetzung von Akteur*innen ist zentral, um Naturschutz und nachhaltige Nutzung in Einklang zu bringen.

UNESCO-Welterbe

(C) Eckhard Jedicke

Kulturlandschaften mit UNESCO-Welterbestatus stehen vor der Herausforderung, Schutz und Entwicklung miteinander zu verbinden. 

Im Welterbe Oberes Mittelrheintal begleitet das KULT Transformationsprozesse mit praktischer und wissenschaftlicher Expertise. Die Studie zur „Kommunalen Klimaanpassung im Welterbe“ liefert praxisnahe Lösungen für nachhaltige Anpassungskonzepte. In Fachgesprächen und Workshops werden verschiedene Stakeholder eingebunden, um integrative Strategien für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung von Welterbelandschaften zu erarbeiten.

Projekte zum Thema UNESCO-Welterbe

WELMO – Landschaftsmosaik im Oberen Mittelrheintal

Das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal ist geprägt von terrassierten Weinbergen, Burgen und historischen Ortskernen. Doch der Landschaftswandel stellt neue Herausforderungen: Ehemals bewirtschaftete Flächen verbuschen, wodurch sich das historische Landschaftsbild schnell verändert. Dies betrifft nicht nur Belange der UNESCO, sondern auch von Naturschutz, des kulturellen Erbes oder des Tourismus. Zugleich ist die Region immer stärker vom Klimawandel betroffen. Im Modellprojekt „WELMO-Landschaftsmosaik Oberes Mittelrheintal“ wurde sich mit aktuellen Herausforderungen der Region auseinandergesetzt, die vergangene Landschaftsentwicklung nachvollzogen und Zukunftsprognosen erstellt. Kern des Projektes war die exemplarische Erstellung von Maßnahmenblättern zum Umgang mit der Kulturlandschaft und die Ausarbeitung nachhaltiger Entwicklungsstrategien.