Im dualen Studium Getränketechnologie kombinieren Interessierte eine Ausbildung in einem fachnahen Beruf der Lebensmittel- und Getränkeindustrie – etwa zum oder zur Brauer:in und Mälzer:in, Brenner:in, Fachkraft für Fruchtsafttechnik oder Weintechnologe/Weintechnologin – mit einem akademischen Hochschulstudium. Nach dem Start der Berufsausbildung mit einer ersten Praxisphase von mindestens 14 Monaten, in der die dual Studierenden erste Berufserfahrung im Ausbildungsbetrieb sammeln, startet die Studienphase. Ab diesem Zeitpunkt wechseln sich die Theoriephasen an der Hochschule Geisenheim und die Praxisphasen der Berufsausbildung ab.
An der Hochschule Geisenheim steht die gesamte Wertschöpfungskette von der Produtkion bis zur Vermarktung hochwertiger flüssiger Lebensmittel im Fokus des Studiums: Das reicht von der Annahme und Verarbeitung der Rohware über die Prozesstechnik bis zur Prüfung, Deklaration und Vermarktung der fertigen Getränke. Die Studierenden legen in Modulen wie Getränkechemie, Mikrobiologie und Verfahrenstechnik die natur- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen. Zu den produktorientierten Modulen gehören Wasser, Erfrischungsgetränke, Brauerei sowie Frucht- und Gemüsesäfte und Oenologie. Dazu kommen Fächer wie Rohwarenkunde, Sensorik und Marketing. In Projekten – beispielsweise zum Thema Bier, Schaumwein oder Spirituosen – setzen Studierende ihr theoretisches Wissen im Technikumsmaßstab auch praktisch um.
Durch die Kombination von Ausbildung und Studium verkürzt sich die Ausbildungszeit für beide Abschlüsse um rund ein Jahr. Absolventinnen und Absolventen erwerben in der Regel nach vier Jahren zwei vollwertige Berufsabschlüsse: den Bachelor of Science der Getränketechnologie sowie die jeweilige, anerkannte Berufsausbildung. Dual Studierende verfügen dabei insbesondere über umfangreiche praktische Erfahrungen zu betrieblichen Abläufen und haben früh die Möglichkeit, sich ein umfangreiches unternehmensinternes und branchenspezifisches Netzwerk aufzubauen. So eröffnen sich ihnen beste Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten im Ausbildungsbetrieb selbst und innerhalb der Branche.
Absolventinnen und Absolventen des dualen Studiengangs Getränketechnologie verfügen über die erforderlichen speziellen naturwissenschaftlichen, mikrobiologischen und insbesondere die verfahrenstechnischen Kenntnisse zur sicheren Herstellung der verschiedenen Produkte der Getränkebranche. Sie kennen die Inhaltsstoffe von Rohwaren, Zwischen- und Endprodukten sowie produktabhängige Veränderungen. Dasselbe gilt für die jeweiligen sensorischen Produktanforderungen und typische Fehler. Mit den wesentlichen Analysemethoden sind sie vertraut, können diese anwenden und die daraus reslutierenden Ergebnisse fundiert bewerten.
Mit dem Lebensmittel- und Weinrecht sind die Absolventinnen und Absolventen vertraut und kennen die produktspezifischen rechtlichen Vorgaben und Industriestandards. Sie verfügen nicht nur über Grundlagenwissen im Bereich Ökonomie, sondern auch über Spezialkenntnisse zu betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Instrumentarien. Sie kennen die Abläufe in der Unternehmensführung und der Entscheidungsfindung und können diese anwenden.
Das duale Studium Getränketechnologie fördert auch die Persönlichkeitsentwicklung und eine zukunftsfähige Denkweise der Studierenden. Absolventinnen und Absolventen sind im verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geschult, digitale Anwendungen können sie zielgerichtet einsetzen. Sie verfügen über angewandte Problemlösungs- und Handlungskompetenz sowie über ausgeprägte Kompetenzen in den Bereichen Teamfähigkeit, Kommunikation und Fremdsprachen.
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So ist der Ablauf:
Die Berufsausbildung fällt – wie auch die Zwischen- und Abschlussprüfungen – in die Zuständigkeit der entsprechenden zuständigen Stellen, wie z. B. Industrie- und Handelskammer oder Landwirtschaftskammer. Die Prüfungen zum Abschluss von Berufsausbildung und Studium finden unabhängig voneinander statt.
Interessierte am dualen Studium Getränketechnologie müssen einen Berufsausbildungsvertrag in einem fachnahen Ausbildungsberuf wie Brauer:in und Mälzer:in oder Fachkraft für Fruchtsafttechnik bzw. Weintechnologe oder Weintechnologin geschlossen haben. Daneben müssen sie eine Hochschulzugangsberechtigung nachweisen. Die Hochschulzugangsberechtigung erwerben sie in der Regel über die allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder eine gleichwertige anerkannte berufliche Qualifikation.
Für die meisten fachnahen Ausbildungen im Lebensmittel- und Getränkebereich sind die örtlichen Industrie- und Handelskammern (IHK) zuständig. Hier können Interessierte Informationen zu anerkannten Ausbildungsbetrieben in einer bestimmten Region anfragen. Die IHKs haben zudem eine nationale Ausbildungsbörse, die offene Stellen listet. Für die Ausbildung zur Weintechnologin oder zum Weintechnologen sind die Landwirtschaftskammern zuständig. Hier können Interessierte Informationen zu anerkannten Ausbildungsbetrieben in einer bestimmten Region anfragen. Die Landwirtschaftskammern haben – wie beispielsweise Hessen und Rheinland-Pfalz – in der Regel auch selbst Ausbildungsbörsen.
Sprechen Sie gerne auch uns an, wir können Ihnen mögliche Ausbildungsunternehmen nennen.
Studienabschluss | Bachelor of Science |
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Regelstudienzeit | 6 Semester |
Studienbeginn | Wintersemester |
Zulassungsbeschränkung | keine |
Praxisanteile Studium | praktische Arbeitsphasen im Ausbildungsbetrieb während der vorlesungsfreien Zeiten, Fallstudienprojekte und Bachelor-Thesis im Ausbildungsbetrieb; Praxistransfer als Studien- oder Prüfungsleistungen in verschiedenen Modulen |
Berufsperspektiven | Betriebsleiter:in oder Bereichsleiter:in bei Mineralbrunnen, Fruchtsaftkeltereien, Brauereien, Erfrischungsgetränkeherstellern, Wein-, Sekt- oder Spirituosenherstellern sowie der Zulieferindustrie (z.B. Mälzereien, Konzentrathersteller), leitende Tätigkeiten in Laboratorien, Qualitätssicherung, Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung |
Zulassungsvoraussetzung | Hochschulzugangsberechtigung, Ausbildungsvertrag und mind. 14 Monate Ausbildungszeit vor Studienbeginn |
Weiterführendes Studium | Getränketechnologie (M.Sc.), Lebensmittelsicherheit (M.Sc.), Oenologie (M.Sc.) |
Studienfachberatung | Prof. Dr. Bianca May |
Bewerbungsfrist | siehe Termine und Fristen |
In der Getränkeindustrie ist Geisenheim definitiv eine gute Adresse. Die Hochschule hat sehr viele hochkarätige Dozenten mit viel Fachwissen.